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Bewerbung und Ablauf des Vorbereitungsdienstes

Die Bewerbung

 

 Grundsätzlich bewirbt man sich zentral bei der jeweiligen Bezirksregierung seiner Wahl. Die Bundesländer bzw. Bezirke haben ein festes Kontingent an Referatsplätzen für die jeweiligen Schulformen. Gibt es zu viele Bewerber, folgt in der Regel ein Auswahlverfahren. Die Bewerbungsfristen sind unterschiedlich. Bitte informieren Sie sich diesbezüglich individuell.


Sie können Wünsche bezüglich Ihres Seminarstandortes angeben. Inwieweit diese berücksichtigt werden, hängt zum Beispiel davon ab, ob Sie verheiratet sind, Kinder haben oder einen Angehörigen pflegen, wie sehr Sie also an Ihren Wohnort gebunden sind.

Nach Ihrem Studium können Sie sich selbstverständlich auch in anderen Bundesländern für Ihr Referendariat bewerben. Lesen Sie dazu am besten rechtzeitig die Bedingungen Ihres Wunsch-Bundeslandes (siehe Verwaltungsstellen).


Der Ablauf des Vorbereitungsdienstes

 

Die Dauer des Vorbereitungsdienstes variiert zwischen zwölf Monaten (Sachsen) und zwei Jahren (Bayern). Bundesländer wie Baden Württemberg oder Nordrhein Westfalen haben sich dazwischen, bei 18 Monaten, eingependelt.

Parallel zur Arbeit in der Schule finden Seminarveranstaltungen statt. In der Regel hospitiert man zu Beginn seiner Ausbildungsphase, anschließend beginnt das Unterrichten. Dabei wird zwischen Ausbildungsunterricht und eigenständigem Unterricht unterschieden. Bei letzterem ist man als eigenverantwortlicher Lehrer für eine Klasse zuständig. Diese Unterrichtsstunden werden nicht beobachtet und fließen somit auch nicht in die Bewertung mit ein. Anders verhält es sich mit dem sogenannten Ausbildungsunterricht. Dort wird man von einem Fachlehrer beobachtet. Im Idealfall schließt eine gemeinsame Reflexion an jede Unterrichtsstunde an. In welchem Umfang man unterrichtet hängt von den Regelungen der jeweiligen Bundesländer ab. Die Seminarveranstaltungen dienen dazu, Unterrichtserfahrungen zu besprechen und die generelle pädagogische Ausbildung aus dem Studium fortzusetzen und zu vertiefen.

Die Zusammenarbeit zwischen den Referendaren und ihren Ausbildern wird von diversen Faktoren bestimmt. Neben der persönlichen Komponente spielt auch eine Rolle, wie sehr sich Ausbilder selbst zurücknehmen. Denn schließlich sollen individuelle starke Lehrerpersönlichkeiten ausgebildet werden. Dazu gehört, dass man sich ausprobiert, kreativ ist und auch Fehler macht. Andererseits wird die Arbeit auch bewertet, sodass man sich möglichst an den Erwartungen orientiert. Bemängelt von Referendaren wird auch die unzureichende Verbindung von Theorie und Praxis, also von Seminar und Unterricht.

Zum Ende des Referendariats wartet der Abschluss durch das zweite Staatsexamen. Dieses besteht meistens aus Ausbildungs- und Prüfungsunterricht,  einer Examenshausarbeit und einer mündlichen Prüfung.

Für die Bewerbung um eine Stelle als Lehrer zählen dann die Noten des ersten Staatsexamens (bzw. anderer universitärer Abschlüsse, die zum Referendariat berechtigen) und des zweiten Staatsexamens. Die Einstellungschancen sind auch von dieser Bewerbungsnote abhängig.


Berufsstatus und Verdienst

 

Die Anwärterbezüge variieren in den Bundesländern, daher ist eine allgemeingültige Angabe nicht möglich. Das Einkommen ist abhängig vom Bundesland, der Laufbahngruppe (Schulart) und den persönlichen Verhältnissen (Familienzulage u.a.). Am besten ruft man die aktuellen Zahlen in den Besoldungstabellen des betreffenden Bundeslands ab. Für die vorausgegangene akademische Ausbildung und die Belastung in diesem Ausbildungsabschnitt ist die finanzielle Vergütung recht gering. Reicht das Geld nicht aus, muss man nach ergänzenden Möglichkeiten suchen: weitere Unterstützung von der Familie (Eltern), Kredit aufnehmen oder Nebenjob annehmen. Diese müssen aber von der Seminarleitung genehmigt werden. Lassen Ihre Leistungen aufgrund einer Nebenbeschäftigung nach, kann Ihnen die Genehmigung auch wieder entzogen werden.