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Das große Praktikums-ABC

 

Hier finden Sie eine Menge nützlicher Hinweise und Tipps, mit denen Sie Ihr Praktikum garantiert erfolgreich meistern können. Manche Hinweise sind naheliegend, andere vielleicht überraschend. Das ABC wurde von praktikumserfahrenen Lehramtsstudenten zusammengetragen. Viel Spaß beim Lesen!


A

Aufstehen: Die Schule fängt meist schon um 8.00 Uhr an. Seien Sie unbedingt pünktlich, nicht nur am ersten Tag. Ans frühe Aufstehen müssen Sie sich sowieso gewöhnen

B

Bescheinigung: Für jedes Praktikum bekommen Sie eine Bescheinigung, die Ihnen in der Regel Ihre Uni zur Verfügung stellt. Sie müssen diese dann nur noch von der Schule ausfüllen (und stempeln!) lassen. Holen Sie sich aber von der betreuenden Lehrkraft zusätzlich zur Bescheinigung auch noch ein ausführliches > Feedback!

C

Computer: Super, wenn Ihre Praktikumsschule mit allen technischen Raffinessen ausgestattet ist. Gehen Sie aber keinesfalls davon aus. Planen Sie mit dem, was da ist und vergessen Sie gegebenenfalls die modernen Medien. Die gute alte Kreide muss zuweilen ausreichen.

D

Direx (ugs. für > Rektor/Schulleiter): Stellen Sie sich unbedingt dem Rektor vor. Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Sie vorgestellt werden, aber leider ist das nicht immer der Fall. Werden Sie selbst aktiv, das macht einen guten Eindruck.

E

Entspannen: Gönnen Sie sich nach einem Schultag eine Entspannungspause. Ein Tag in der Schule ist anstrengend! Das dürfen Sie sich gerne eingestehen!

F

Feedback: ...Wenn das mal nicht der wichtigste Punkt ist! Praktika sind dazu da, damit Sie Praxiserfahrung sammeln, sich weiterentwickeln und feststellen können, ob der Beruf zu Ihnen passt. Holen Sie sich von Ihren Betreuungslehrern und Ihren Mitpraktikanten so viel Feedback wie sie nur können. Sagen Sie, dass sie auch Schlechtes hören wollen, denn aus Fehlern können Sie lernen. Viele Beschönigen aus Höflichkeit, doch das nützt niemandem etwas. Bieten Sie selbst Feedback an und halten Sie sich an ein paar Grundregeln: Bleiben Sie sachlich, betonen Sie Ihre Subjektivität und fangen Sie immer jeden Punkt, den Sie ansprechen, mit einer konkreten Beobachtung an. Sagen Sie zuerst etwas Positives, dann etwas Negatives und anschließend wieder etwas Positives. Geben Sie nur Verbesserungsvorschläge, wenn das Gegenüber dies wünscht. Drängen Sie niemandem Ihr Feedback auf. Seien Sie ehrlich! Ausführlichere Tipps und Übungen zum Thema Feedback finden Sie hier.

G

Gelegenheit nutzen: Nutzen Sie jede Gelegenheit, die sich Ihnen bietet. Klassenausflug, Theateraufführung, AGs: Sie können überall etwas lernen.

H

Hilfe holen: Scheuen Sie sich nicht, vorbeilaufende Erwachsene anzusprechen, wenn Sie sich in der Schule nicht zurechtfinden. Auch wenn es ums > Unterrichten geht! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und kein Lehrer wird Ihnen böse sein, wenn Sie auch mal Schwächen eingestehen.

I

Internet: > Computer. Auch wenn es schön wäre, in jedem Raum Beamer und W-Lan vorzufinden, ist das leider nicht die Realität. Planen Sie damit und seien Sie dankbar, wenn Sie an einer modernen Schule landen, die Ihnen so etwas bietet. Das Internet ist in Sachen Unterrichtsvorbereitung ein zweischneidiges Schwert. Zum einen bietet es eine Fülle an Informationen, Materialien etc.. Zum anderen weiß man leider nie, wie gut diese Quellen sind. Der Zufall will es, dass Sie genau hier hochwertige Tipps für Ihre Unterrichtsvorbereitung finden.

J

Jagd auf Verbündete: Suchen Sie den Kontakt zu anderen Praktikanten und tauschen Sie sich aus! Gemeinsam kann man viele Fragen klären und sich gegenseitig > Feedback geben. Zudem ist es viel schöner, die Pausen zusammen zu verbringen.

K

Kopierer: Der Kopierer ist (ähnlich wie das Laminiergerät) der beste Freund des Lehrers. Klären Sie, ob Ihnen ein Zugang zum Kopierer ermöglicht wird, ob jeder Lehrer ein Limit hat, die Kopien gar selbst bezahlen muss oder so viel Papier und Tinte verbrauchen kann, wie er will. Lassen Sie sich außerdem den Kopierer erklären. Diese Biester sind teilweise undurchschaubar und keiner kann von Ihnen erwarten, die Kompetenz zum Kopieren aus der Schule mitzubringen. Lieber einmal mehr > Hilfe holen.

L

Lehrerzimmer: Das Lehrerzimmer ist ein Pool aus Emotionen, in den Sie geworfen werden. Man kann dort interessante Gespräche belauschen. Ein Lehrerzimmer verrät viel über das Arbeitsklima an der Schule. Wie laut ist es? Haben alle Lehrer ihren eigenen Platz? Gibt es mehrere Lehrerzimmer, womöglich einen extra Ruheraum? Ist der Raum hell und freundlich oder dunkel und muffig? Fragen Sie unbedingt am Anfang, wo Sie sich aufhalten können und lassen Sie sich niemals rausschmeißen! Machen Sie denen, die es versuchen (und die gibt es leider) unmissverständlich deutlich, dass Sie Praktikant sind und somit eine "Aufenthaltsgenehmigung" haben.

M

Material: Schere, Kleber, buntes Papier in jeglicher Form, Kreide, Magnete, Bücher, Rotstifte, Locher, Folienstift... Das sind nur einige der Sachen, die ein Lehrer besitzt, wenn nicht gar täglich mit sich rumschleppt. Bei ihren Unterrichtsvorbereitungen (> Unterricht) werden Sie schnell merken, was Sie brauchen. Da Sie das natürlich noch nicht alles besitzen, fragen Sie entweder einen Lehrer, ob Sie sich etwas leihen können oder fangen Sie einfach an zu sammeln.

N

Neue Rolle: Bisher kennen Sie die Schule wahrscheinlich nur aus der Sicht der Schüler. An Ihre jetzige neue Rolle müssen Sie sich erst noch gewöhnen. Am Anfang mag es etwas ungewohnt erscheinen, Schüler zu unterrichten, für Sie eine Autoritätsperson darzustellen, obwohl Sie selbst noch vor Kurzem die Schulbank gedrückt haben. Ein kleiner Tipp: Versuchen Sie, sich optisch ein wenig von den Schülern abzugrenzen. Tragen Sie nicht Ihre ausgelatschtesten Sneakers und Ihr Shirt vom letzten Festival. Kleider machen Leute, so ist es nun einmal.

O

Overheadprojektor: Der gute alte Overheadprojektor ist gar nicht so übel. Man kommt nicht um ihn herum und muss ihn lieben lernen. Üben Sie vorher einmal den Umgang damit. Nicht dass Sie hinterher während ihrem Unterrichtsversuch nur ein unscharfes, viel zu kleines Bild an die Wand bekommen. Und: Kaufen Sie sich eine große Menge an Folienstiften. Das kann nie schaden (> Material)

P

Pause: Klären Sie, wo Sie sich in der Pause aufhalten können (> Lehrerzimmer). Schnappen Sie auch immer wieder mal Luft, das tut gut. Laufen Sie ruhig einmal um den Block, Sie dürfen ja das Schulgelände verlassen. Da können Sie dann auch mal Ihr Handy rausholen (> Xylophon) und Ihren Freunden eine kurze Berichterstattung schreiben.

Q

Qualität: Bereiten Sie Ihren Unterricht gut vor. Geben Sie sich ruhig etwas zu viel Mühe. Und holen Sie sich > Feedback.

R

Rektor (> Direx)

S

Snack in der Pause: Nehmen Sie sich etwas zu Essen mit. Nahrung ist ein wichtiger Energielieferant. Nicht jede Schule hat eine Mensa oder Cafeteria und wenn doch, dann will dort meistens eine wildgewordene Horde Schüler in der Pause etwas kaufen. Wenn Sie sich dort anstellen, bleibt für Sie keine Zeit mehr, etwas zu essen bevor es zur nächsten Stunde gongt. Lesen Sie mehr zum Thema Ernährung hier.

T

Toilette: Sie dürfen auf die Lehrertoilette gehen. Geben Sie sich nicht mit den Schülertoiletten zufrieden, wenn man Sie dahin verweist. Das haben Sie 12 bzw. 13 Jahre mitgemacht. Das reicht!

U

Unterrichten: Nutzen Sie jede Gelegenheit zu unterrichten und überschreiten Sie die Anzahl der vorgegebenen Pflichtstunden. Mehr bringt mehr! Probieren Sie verschiedenes aus und geben Sie sich Mühe bei der Vorbereitung. Reflektieren Sie im Anschluss bewusst darüber und holen Sie sich > Feedback. Suchen Sie Fehler bei sich, aber nicht ausschließlich. Wenn eine Stunde mal nicht gelingt: Kopf hoch, beim nächsten Mal wird's wieder besser. Versuchen Sie bewusst, Dinge auszuprobieren, die Sie in Didaktik-Veranstaltungen gelernt haben. Tipps für die Unterrichtsgestaltung gibt's hier.

V

Vorstellung (> Direx). Stellen Sie sich nicht nur dem > Rektor vor, sondern jedem Lehrer, den Sie im Unterricht beobachten und jedem, mit dem Sie ins Gespräch kommen.

W

White Board: Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, üben Sie den Umgang mit White Boards. Man hat dort Möglichkeiten, von denen die Lehrer vor zehn Jahren nur träumen konnten.

X

Xylophon, Posthorn oder Glockengeläut... Welchen Ton auch immer Sie als Klingelton haben: Machen Sie Ihr Telefon in der Schule aus oder stellen es zumindest auf lautlos!

Y

Yoga: Gönnen Sie sich Auszeiten. Das kann zum Beispiel durch Meditation, autogenes Training oder Yoga geschehen. Man hört immer, dass der Lehrerberuf zu den stressigsten gehört. Fangen Sie daher schon früh an, präventiv gegen Burnout und andere Folgen von Stress zu wirken; warum nicht gleich im Praktikum? Denken Sie sich am besten ein tägliches Ritual aus, das Sie konsequent durchführen. Hinweise und Übungen gibt es hier.

Z

Zerstörung der Trommelfelle: Schüler sind sehr laut! Sorgen Sie dafür, dass Sie es in Ihrem Unterricht nicht sind. Gegen den Pausenlärm hingegen können Sie nichts tun. Da müssen Sie durch. Gönnen Sie sich nach der Schule bewusst eine ruhige Auszeit Zuhause, ohne Musik, Handy und sonstige Medien. Achtsam mit sich selbst umzugehen ist ein wichtiger Bestandteil der Burnout-Prävention. Lesen Sie mehr dazu hier.