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Auswirkungen von Belastungen

 

Der Anteil krankheitsbedingter Frühpensionierungen bei Lehrkräften war in den letzten Jahren noch sehr hoch. Auch wenn Sie sich heute sicher sind, nicht gefährdet zu sein, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wie schnell auch Anforderungen Belastungen werden können, um ggf. rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Die Auswirkungen von Belastung manifestieren sich in psychischen und körperlichen Reaktionen.

 

Psychische Auswirkungen - Angst

 

Vergleichbar objektiv belastende Bedingungen rufen nicht bei allen Lehrkräften entsprechende Belastungen hervor. Das bedeutet, dass die Entstehung von (hier: auf den Beruf bezogenen) Ängsten eher personenzentriert zu sehen ist. Äußere Bedingungen geben vielleicht einen letzten Anstoß oder können durchaus verstärkend wirken, müssen aber nicht als zwingend als ursächlich betrachtet werden.

 

Besonders bei Lehramtsanwärtern – also in der Berufseinstiegsphase – sind Häufigkeit und Intensität bestimmter Ängste sehr hoch. Zentral bei Lehrern ist die sogenannte Versagensangst, die Angst, den pädagogischen Aufgaben nicht gerecht zu werden. Da der Lehrerberuf sehr auf andere Personen ausgerichtet ist und Lehrer permanent gefordert sind, mit Schülern, Kollegen, Vorgesetzten oder Eltern zusammenzuarbeiten, sind sozial unsichere Personen gefährdet, Ängste im Lehrerberuf zu entwickeln. Ängste im Erwachsenenalter sind zu den stabilen Persönlichkeitsmerkmalen zu rechnen und nur in einem gewissen Maß – auch mit Behandlung und Therapie – veränderbar. Selbstverständlich lassen sich Strategien einüben, um mit (berufsbezogenen) Ängsten besser umzugehen, dies erfordert allerdings einen hohen persönlichen Einsatz. 


Körperliche Auswirkungen

 

Punktuelle Stressreaktionen können durchaus leistungssteigernd wirken, bei anhaltender Dauer ziehen sie allerdings meist negative Folgeerscheinungen nach sich. Lehrer, die ihre Arbeit als permanenten Dauerstress erleben, sind also gefährdet, neben psychischen Reaktionen auch körperliche Symptome zu entwickeln – von einzelnen Stressreaktionen bis hin zu psychosomatischen Erkrankungen. Lehrkräfte leiden dabei besonders unter Abgespanntheit, Antriebs-, und Überlastungserscheinungen, Glieder- und Muskelbeschwerden, Konzentrationsproblemen, Herz-, Kreislaufbeschwerden und Kopfschmerzen.

 

Betroffen sind Lehrkräfte, die entsprechende Dispositionen und Verarbeitungsstrategien, wie z. B. Flucht- oder Resignationstendenzen, vorweisen. Als ungünstige Arbeitsbedingungen haben sich in verschiedenen Studien v.a. ein schlechtes Arbeitsklima und fehlende Gesprächsmöglichkeiten ergeben. Für Lehrkräfte, die über konstruktive Verarbeitungsstrategien verfügen, besteht eine geringere Wahrscheinlichkeit, an körperlichen Belastungsreaktionen zu erkranken.