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Lehrer-Gehalt

Wie viel werde ich als Lehrer verdienen?

 

Wenn das mal so einfach zu beantworten wäre. Das Gehalt des Lehrers ist vor allem an folgende Faktoren geknüpft: Bundesland, Schulform, Beamter oder Angestellter, Familiensituation und bereits absolvierte Dienstzeit.

 

Die Bezahlung der Lehrer obliegt den Bundesländern, was dazu führt, dass es zu erheblichen Gehaltsunterschieden kommt, je nachdem ob man beispielsweise in Bayern oder Berlin arbeitet. Das liegt vor allem daran, dass längst nicht mehr alle Lehrer verbeamtet werden. Berlin und Sachsen beispielsweise verbeamten ihre Lehrer generell nicht mehr, wohingegen man in Bayern  in der Regel mit dem Referendariat in den Beamtenstatus auf Widerruf einsteigt. Allerdings zeigt sich auch in anderen Ländern neben Berlin und Sachsen der Trend hin zur Einstellung in einem normalen Angestelltenverhältnis. Der Grund ist klar: Beamte sind im Gesamten teurer.

 

Bruttogehälter ähnlich, bei Abgaben große Unterschiede

Die Bruttogehälter der Beamten und Angestellten im Lehramt sind zwar relativ gleich, aber die angestellten Lehrkräfte müssen im Gegensatz zu den verbeamteten Sozialabgaben zahlen. Somit ergibt sich ein Gehaltsunterschied von mehreren hundert Euro. Die Krankenversicherung ist bei beiden ungefähr gleich teuer. Beamte sind privatversichert und Beihilfeberechtigt, daher zahlen sie genauso viel wie ein angestellter Lehrer für seine gesetzliche Versicherung. Auch bei der Lohnsteuer ist ungefähr vom gleichen Wert auszugehen, egal ob verbeamtet oder nicht.

 

Die Bruttogehälter sind aus bestimmten Tabellen abzulesen, die jedes Bundesland veröffentlicht. Als verbeamteter Lehrer steigt man je nach absolvierter Dienstzeit in der Gehaltsstufe auf. Dabei gilt zuerst ein 2-Jahres-Rhythmus, später ein 3-Jahres-Rhythmus. Je nach Familiensituation erhält ein Beamter noch Familienzuschlag.

 

Beispiele (Beträge in €/Monat)

Als Gymnasiallehrer mit der Befähigung zum Unterricht in der Sek II wird man der Besoldungsgruppe A13 zugeteilt. Lehrer mit der Befähigung zum Unterricht in der Sekundarstufe I werden dagegen in A12 eingestuft. Je nach Aufgaben, die man an der Schule innehat, werden Zuschläge berechnet, die aber in die nachfolgenden Beispiele nicht mit einfließen.

 

Beispiel Nordrhein-Westfalen:

 

A12 im ersten Dienstjahr: 2766,16 (nach zwei Jahren im Dienst: 2906,98)

A13 im ersten Dienstjahr: 3110,94 (nach zwei Jahren im Dienst 3262,99)

 

Beispiel Bayern:

 

A12 im ersten Dienstjahr: 2930, 63 (hier ist der Aufstieg in die nächste Gehaltsstufe erst nach drei Jahren möglich, da Bayern direkt höher einstuft, als NRW. Gehalt nach drei Jahren im Dienst: 3071,56)

A13 im ersten Dienstjahr: 3439,20 (nach drei Jahren im Dienst: 3591, 40)

 

Beispiel Berlin:

 

A12 im ersten Dienstjahr: 2597,91 (nach zwei Jahren im Dienst: 2731,17)

A13 im ersten Dienstjahr: 2924,17 (nach zwei Jahren im Dienst: 3068,07)

 

Die Unterschiede sind gravierend. Ein Beispiel: Während Christian als Gymnasiallehrer in Bayern monatlich rund 3440€ brutto verdient, erhält seine Cousine Anna in Berlin als Grundschullehrerin rund 2600€ brutto (ganze 840€ weniger), von denen ihr aber noch Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden, denn sie im Gegensatz zu Christian aus Bayern nicht verbeamtet. Daraus ergeben sich hier Gehaltsunterschiede von über 1000€, obwohl beide eine gleich verantwortungsvolle und anstrengenden Arbeit erledigen.

 

Das obige Beispiel ist eins von vielen. Es sollte aufzeigen, wie unterschiedlich die Gehälter sein können.

 

Lesen Sie auch etwas zu dem Thema in der Wunschberuf-Lehrer-Rubrik "Verbeamtet oder angestellt"!