Pädagogisch-didaktisches Praktikum an einem Gymnasium

Mein pädagogisch-didaktisches Schulpraktikum habe ich in zwei Blöcken abgeleistet, von denen ich einen nach dem dritten und den anderen nach dem vierten Semester absolviert habe. Dies hängt damit zusammen, dass die geforderten 150 bis 160 Unterrichtseinheiten nicht in eine Periode der vorlesungsfreien Zeit gepasst hätten. Jedoch habe ich diese Einteilung durchaus auch als sinnvoll empfunden, da auf diese Weise eine besonders große persönliche Weiterentwicklung innerhalb eines Praktikums stattfinden konnte. Mir wurde so der Prozess des Hineinwachsens in den Lehrerberuf deutlich. 

Mit dem sehr bemühten Praktikumsbetreuer und den Fachlehrern habe ich größtenteils positive Erfahrungen gemacht. Die meisten Lehrer waren freundlich zu mir und sind meinen Bedürfnissen als Praktikantin entgegen gekommen. Viele Lehrer waren für reflektierende Gespräche offen und haben mich in den Unterricht eingegliedert, sodass ich selbst Unterrichtsstunden vorbereiten und halten durfte – meist mit Unterstützung durch den jeweiligen Lehrer. Hierbei habe ich persönlich sehr unterschiedliche Eindrücke gewonnen. So bin ich mit einigen Klassen sehr gut zurecht gekommen und habe durch schöne Unterrichtserfahrungen Kraft und Motivation für das weitere Verfolgen meiner Zukunftspläne geschöpft. In anderen Schulklassen habe ich jedoch den Lehrerberuf als sehr anstrengend und psychisch belastend erlebt. Oft erledigen Schüler Aufgaben nur unter Zwang und beschäftigen sich mit außerunterrichtlichen Dingen, sodass man als Lehrer sehr aufmerksam auf den einzelnen Schüler achten muss. Darüber hinaus habe ich erkannt, dass es in einer Schule immer sehr laut ist – sei es auf dem Pausenhof, in einer Klasse bei der Gruppenarbeit oder im alltäglichen Unterrichtskontext. Grundsätzlich fiel es mir leichter, in den unteren Klassenstufen zu unterrichten. Zwar können sich nach meiner Erfahrung jüngere Schüler oft nicht so lange konzentrieren wie ältere, jedoch kann man die Begeisterung dieser Schüler für ein Thema durch eine abwechslungsreiche didaktische Umsetzung wecken.

Das positive Feedback von meinen betreuenden Lehrern hat mich sehr in meiner Kompetenz bezüglich meiner Berufswahl bestätigt. Allerdings war für mich die Frage, ob ich wirklich Lehrerin sein will, dennoch sehr präsent. Ich habe sehr intensiv meine Persönlichkeit und meine Ziele reflektiert. Gerade das Schulpraktikum bietet für Lehramtsstudenten die Möglichkeit hierzu, weil man einen direkten und sehr praktischen Einblick in sein angestrebtes Berufsfeld erhält. Auch der Austausch mit anderen Praktikanten und dem Praktikumsbetreuer hat mir weitergeholfen. 

Insgesamt betrachte ich mein pädagogisch-didaktisches Schulpraktikum als eine positive Erfahrung. Ich habe einen sehr tiefen Einblick in das Schulleben aus Lehrerperspektive erhalten und habe meine Kompetenzen, aber auch meine persönlichen Wünsche erkannt beziehungsweise überdacht. 

Ella Albers (Studentin LA Gymnasium)

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