Pädagogisch-didaktisches Praktikum an einer Grundschule

Das pädagogisch-didaktische Praktikum leistet man im Normalfall im 3. Semester ab. Bei mir begann es mit einem dreiwöchigen Blockpraktikum am Ende der Semesterferien. Die Grundschule war mir von dem Praktikumsamt meiner Universität zugeteilt worden und so stand ich am ersten Praktikums­tag vor einer für mich ganz neuen Schule. 

Die Schule machte sofort einen sehr schönen und offenen Eindruck auf mich. Sie war hell und mit freundlichen Farben gestaltet, so dass ich mich gleich wohl fühlte. In meiner Klasse, 3a, wurde ich mit Neugier empfangen und am zweiten Tag kannte ich jedes der Kinder beim Namen. 

Die drei Wochen im Blockpraktikum waren eine sehr intensive Zeit, da ich die Klasse ununterbrochen begleitete. Ich war schnell in den momentanen Stoff und die Abläufe der Klasse eingearbeitet und wusste damit, was in der jeweiligen Zeit so anstand. Gleich am Anfang fing ich schon an, immer wieder kleinere und größere Sequenzen zu übernehmen und bald war es dann ganz normal für mich vor der Klasse zu stehen. Ich übte des öfteren das Kopfrechnen mit den Kindern,  probierte in Sport neue Spiele mit ihnen aus oder löste Arbeitsblätter mit ihnen. 

Aus diesen Unterrichtseinheiten habe ich sehr viel gelernt. Meine Lehrerin hat mir zugesehen und konnte mir im Nachhinein wirklich gute Tipps geben, was ich noch besser machen könnte. Zu hören was gut war, und zu sehen, dass die Schüler Spaß an der Sache hatten war eine riesige Motivation! 

Auch über die Aufgaben der Lehrerin hinter dem Offensichtlichen lernte ich in dieser Zeit viel – zum Beispiel, dass man immer einen individuell erstellten Lehrplan haben muss und jede Woche einen Wochenplan führt.  Und viele Ideen zur Klassenführung nahm ich mir auch mit: Meine Praktikumslehrerin zeigte mir zahlreiche Listen, wie man am geschicktesten den Überblick über die Hausaufgaben und Proben der Kinder behält. Außerdem gibt es in der Klasse ein „Wetter-System“, das folgendermaßen funktioniert: Wenn ein Kind ratscht oder Unsinn treibt wandert dessen Namen erst von der Sonne auf die Wolke, dann auf die schwarze Wolke, und beim Blitz donnert es letztendlich und es gibt eine Strafaufgabe! Für die Schüler, die am Ende des Tages noch auf der Sonne sind, gibt es zur Belohnung ein Gummibärchen – was eine große Motivation darstellt. 

Inzwischen stecke ich mitten im Semester und bin leider nur noch Dienstags in der Schule. Ich halte weiterhin regelmäßig Stunden und freue mich jede Woche auf meinen Praxistag, aber es ist schade, nicht mehr so „drin zu sein“. Man muss sich mal für mal neu orientieren, was in der Zwischenzeit geschehen ist, kommt dann aber auch immer wieder schnell rein. 

Das Praktikum ist bisher der aller wertvollste Teil meines Studiums, da ich hier wirklich viel für meinen späteren Beruf lerne und mitnehme! Zum Anfang der nächsten Semesterferien warten  nochmal drei Wochen im Blockpraktikum auf mich, worauf ich mich jetzt schon freue!

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