Orientierungspraktikum an einer Hauptschule

Mein erster Tag im Praktikum begann eher niederschmetternd. Obwohl ich den guten Ratschlägen gefolgt bin und „lehrerangemessene“ Kleidung angezogen hatte, hielt mich der Hausmeister für eine Schülerin und warf mich um 7.40 Uhr wieder aus dem Schulgebäude. Erst durch die Aufklärung meiner Praktikumslehrerin wurde mir der Zutritt zur Schule gestattet. 

Ich lernte schnell, dass es hilfreich ist, sich bei jedem Angestellten im Haus vorzustellen, um mögliche Verwechslungen für die nächste Zeit ausschließen zu können. Als frisch gebackener Student ist man oft nicht von den Schülern zu unterscheiden (und das kann peinlich werden und nimmt den Schülern auch schnell den nötigen Respekt). 

Es ist sehr hilfreich, sich neben dem Pult (oder zumindest im vorderen Teil des Klassenzimmers) einen Tisch aufstellen zu lassen. Erstens gewinnt man so einen besseren Überblick über das zukünftige Lehrerdasein und zweitens hilft es sehr beim ersten Unterrichten. Wenn man diese Situation bereits kennt ist es einfacher (es ist ein extremer Unterschied, ob man vor seiner Klasse ein Referat oder ähnliches hält, oder vor einer Klasse als Lehrkraft steht, die hofft Neuigkeiten zu lernen).

Für die erste Unterrichtsstunde habe ich ein Thema gewählt, in dem ich mich besser auskenne. Es ist sehr unangenehm, wenn Fragen gestellt werden, die man mangels Wissen nicht beantworten kann oder man schon so im Vortrag vertieft ist, dass man der Frage nicht folgen kann und den Schüler um Wiederholung bitten muss. 

Mir hat es sehr geholfen, nach dem Unterricht mit der Lehrkraft eine kurze Rücksprache zu halten. Nur dann kann man Fragen zu Methodik und Vorgehen stellen, eine Rückmeldung bekommen und die eigenen Unterrichtsversuche einschätzen. Schließlich sind die Praktika die einzige Möglichkeit, Feedback ohne Konsequenzen zu erhalten. 

Am letzten Tag ist es wichtig, sich im Sekretariat die nötigen Stempel und Unterschriften zu holen. Nur damit kann im Praktikumsamt der Universitäten das Praktikum als abgeleistet gewertet werden. 

Kristina Kling (Studentin LA Hauptschule)

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