22.10.2016
08:54

G9, G8, G9 – das ewige Hin und Her im Schulsystem

Im Laufe der letzten Jahre wurde eine Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur fast bundesweit durchgesetzt. Das Gymnasium dauert nun statt dreizehn nur noch 12 Jahre. Wirklich zufrieden mit der Reform ist allerdings kaum jemand. Als erstes Bundesland rudert Niedersachsen zurück und plant zum Schuljahr 2015/16 das G9 wieder flächendeckend einzuführen.

 

 

 

Seit 2012 gibt es in fast allen Bundesländern das so genannte Turbo-Abi. Lediglich in Rheinland-Pfalz wurde die Verkürzung der Schulzeit von 13 auf zwölf Jahre bloß als Modellversuch an 19 Ganztagsschulen umgesetzt. Begründet wurde die große Schulreform damit, dass die Schulzeit bis zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife in den meisten Ländern kürzer sei und junge Erwachsene dort somit früher ins Berufsleben starten können als in Deutschland. Deutsche seien dadurch im Nachteil. Darüber hinaus wurde die starke demographische Alterung in Deutschland als Argument für die Verkürzung der Schulzeit angeführt. So soll die Zeit, die ein Deutscher im Berufsleben verbringt, nicht nur durch einen späteren Renteneintritt, sondern auch durch einen früheren Einstieg in den Beruf erhöht werden.

 

 

 

Durch das G8, so sagt man, wurde der Lehrplan straffer, Kinder und Jugendliche haben weniger Freizeit, Minderjährige stürmen die Universitäten, alle sind gestresster. Da der Missmut gegenüber dem achtjährigen Gymnasiums steigt, ist es inzwischen in einigen Bundesländern - etwa in Hessen und Schleswig-Holstein -den Schulen freigestellt, ob sie das Abitur nach acht oder neun Jahren anbieten. Auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfahlen laufen Versuche, wieder auf das G9 umzusteigen. Ab dem Schuljahr 2015/16 plant das Land Niedersachsen flächendeckend die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Allerdings soll für besonders begabte Schüler weiterhin die Chance bestehen, das Abitur nach zwölf Jahren zu absolvieren. Diesen Schülern soll der direkte Übertritt von den zehnten in die zwölfte Klasse ermöglicht werden. Genauere Pläne zum Ablauf dieses Verfahrens liegen allerdings noch nicht vor.

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